Ein interessantes Gespräch

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Bei meinen Recherchen, die das Leben der Herrschaften vor Coppelius' Gründung ans Licht fördern sollten, waren unüberwindbare Grenzen gesetzt. Kein Dokument konnte hierzu aufgefunden werden und auch die Herren schienen sich nicht an eine solche Zeit erinnern zu können. Bei einer Befragung entspann sich der folgende Wortwechsel:


Graf Lindorf: Ein Leben vor Coppelius? Ihr beliebt zu Scherzen. Vielleicht meint Ihr die kurze Zeit des Übergangs, in der einige von uns bei der Hinrichtung König Ludwig des XVI. gesehen wurden.
Le Comte: Nein nein, Herr Graf, ich glaube, diese Frage zielt auf die Zeit ab, welche wir zwischen den Konzerten verbrachten.
Graf Lindorf: Mitnichten! Könnte mit der Frage indes nicht der Abschnitt gemeint sein, den wir in Vorbereitung auf das Feldherrenkonzert zu Waterloo verbrachten?
Le Comte: Ich glaube, auch hier irren Sie, werter Graf. Vielmehr soll es sich wohl um jene Zeit handeln, die wir unmittelbar vor unseren Auftritten hinter der Bühne zubrachten.
Graf Lindorf: Nun meine ich, Sie korrigieren zu müssen, Le Comte. Ohne Zweifel ist die Epoche vor Coppelius' erstem Konzert 1803 anläßlich der Feierlichkeiten zur Entdeckung des Morphiums gemeint.
Le Comte: Ich bitte Sie! Alles dreht sich vermutlich um unseren Aufenthalt an der Luxemburgischen Reiterakademie.
Graf Lindorf: Damit könnten Sie Recht haben.
Le Comte: Ihre Annahme ist indes ebenso wenig von der Hand zu weisen, Herr Graf.
Graf Lindorf: Oh, nicht doch, ich muß Ihnen ohne Einschränkung zustimmen!
Le Comte: Verzeihen Sie, daß ich Ihnen so schnöde ins Wort zu fallen wagte.
Graf Lindorf: Das Bedauern liegt ganz auf meiner Seite.
Le Comte: Ich bitte Sie.

Darauf angesprochen, wie sich im Laufe der Jahrhunderte jene Allianzen mit dem schönen Geschlecht ausgenommen hatten, reagierten die Herrschaften z.T. mit leuchtenden, z.T. mit nachdenklichen Augen. Selbst wenn sich einige Zeugnisse finden ließen, welche Aufschluß über etwaige Damen, Comtessen oder Geishas zu geben vermochten, ist es doch die Diskretion, die mich zwingt, zu schweigen. Es soll daher lediglich wiedergegeben werden, was die Herrschaften selbst hierzu äußerten; Comte: "Es war uns immer innigste Freude und höchster Lohn, wenn ein sittsames Fräulein durch den sinnlichen Genuß der zarten Töne vor Scham leicht errötete. Vielleicht nur ein kleines Detail, doch es ist uns nie entgangen. Wertvoller noch als schwunghaft auf die Bühne beförderte Blumen oder Kleidungsstücke war uns dies." Ein melancholischer Coppelianer hierzu:

"Schwerlich anzusehen war, wie die Zeit zum arglosen Räuber wurde und auf welche Weise der Abschied zu so mancher Dekade gehörte wie das Fallen der Blätter im Herbst."

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